Sehr viele Menschen arbeiten im Bereich Handel und Verkauf von Waren, meist als selbstständige Kleinhändler auf Märkten, oder versuchen am Straßenrand ihre Waren zu verkaufen. Rund ein Drittel sind Kleinbauern oder Fischer. Ziemlich wenige sind in Behörden beschäftigt (diese Jobs sind begehrt) und auch im Bereich Industrie/Häfen/Flughäfen dürften aktuell noch recht wenige Menschen beschäftigt sein. Es fehlen Arbeitsplätze, so der Tenor in vielen Gesprächen, die ich führte.
Also werden überwiegend landwirtschaftliche Produkte wie Yam, Cassava (Maniok), Gemüse, Zwiebeln, Paprika, Kokosnüsse, Erd- und andere Nüsse und Obst wie Plantain (Kochbananen) / Bananen, Ananas, Orangen, selbstgebackene Kekse, Toastbrot (in englischer Qualität), Wasser/Getränke/Eis/Wassermelonen und ähnliches auf Märkte und Wochenmärkte, an TroTro-Stations und anderen Plätzen verkauft.

Jede Stadt und jedes größere Dorf hat einen Wochenmarkt. Im Norden (Upper West und Upper East Region) ist das nicht alle sieben, sondern alle sechs Tage. Warum das so ist, konnte mir keiner erklären. Möglicherweise ist das ein Rhythmus ist, der älter ist als vermutlich mit der Kolonialzeit eingeführte Kalenderwoche mit sieben Tage pro Woche.



Frauen wie Männer laufen auch die Straße entlang und klappern die Nachbarschaft ab, um etwas zu verkaufen. Gekochte Eier mit scharfer Pepper-Soße und frittierte Getreidebällchen, geräucherter Fisch oder Calamares-Ringe (teuer!) gibt es oft an TroTro-Stations. Oder es wird Wasser in Beuteln (Pear-Water 0,50 Ghc) oder Flaschen (5 bis 8 Ghc) verkauft, wie hier auf dem Zwiebelmarkt in Dominase.

Auf manchen Märkten wird nur mit einer Frucht oder Ware gehandelt, wie Zwiebeln in Dominase, Kokosnüsse im Süden von Kumasi oder Kenkey in Yamoransa, Ananas- und Orangenfrüchte bei Kisi.


Aber auch Kleidung/Schuhe, Haushaltswaren wie Metall- und Plastikschüsseln, Luftmatratzen, Klopapier, Zahnpasta und technische Kleingeräte wie Handys, Handyhüllen, Kopfhörer, Ladegeräte und Möbel wie Sofas, Stühle, Holzsärge, Matratzen, Holzspielzeug, Vorhängeschlösser und alles, was der Mensch sonst noch so braucht, wird am Straßenrand, in kleinen Läden verkauf.

In ländlichen Gegenden ist der Wochenmarkt immer unter Strohdächern.
Auto- und Fahrrad-Reparaturläden (insbesondere für Reifen) und Tankstellen, Benzinverkauf in Flaschen, Blöcke, Holzlatten, Wellblech, Wassertanks, kleine Elektroinstallationsläden für den Häuserbau, Feuerholz etc. gibt es überall.
Verkauft wird auch an Ampeln zwischen den fahrenden Autos oder LKW’s, z.B. Scheibenwischer oder Sonnenbrillen. Eher selten, aber manchmal auch von (älteren) Kindern (die logischerweise nicht gleichzeitig zur Schule gehen können, siehe „Schulen in Ghana“). Luftmatratzen rum.

Von den Verkaufszahlen eher nach eigener Schätzung eher wenig wird in Supermärkten verkauft, wie im Melcom (Supermarkt-Kette, gibt in den größeren Städten) oder in den großen Malls in und um Accra und Kumasi.


Doch das Leben in Ghana findet weiterhin überwiegend auf oder neben der Straße statt.