Wandmalereien, Skulpturen und auch Heiligtümer sind in Ghana oft anzutreffen. Wenn an mit dem Fahrrad unterwegs ist, sieht man mit ein bisschen Glück auch die Künstler, die einem gerne etwas dazu erzählen.
Vorlage für Skulpturen können biblischer Natur sein (Adam und Eva), örtliche Bürgermeister oder Tiere. Wandmalereien habe ich häufiger in Restaurants gesehen, aber auch einmal unter einer Autobahnbrücke. Nicht alles konnte bzw. durfte ich fotografieren.


Heiligtümer sind nicht immer zu erkennen. Es können ganze Berge oder Seen sein, die als heilig gelten und bei denen bestimmte Regeln zu beachten sind. Oder Bäume, die bei wichtigen Familienentscheidungen „gefragt“ werden, oder auch Tiere. Beispiele sind die heiligen Affen in Boabeng, für die es sogar einen eigenen Friedhof gibt, und die Krokodile in Kulmasa oder Aketechi, die mit etwas Schnaps und einem geopferten Hühnchen „gerufen“ werden. Auf den Krokodilen sollen die örtlichen Kinder sogar reiten können.


Menschen können eine Verbindung mit einem Stück Land herstellen, dazu braucht man jemand, der eine „Medizin“ mixen kann. Ob das alternativ zum Grundbuch, welches es auch in Ghana gibt (bei der Land Commission), Bestand haben wird, muss sich noch zeigen. Denn auch in Ghana gibt es geschriebene Gesetze. Es gibt eine „Street-Police“. Diese regelt das Marktgeschehen und auch, dass Läden nicht zu weit in die Straße reinragen dürfen. Und es gibt eine äußerst schnell rechtssprechende Justiz, die ebenfalls im Falle von Grundstücksstreitfragen tätig wird.
Auf jeden Fall gibt es Wunderheiler und Problemlöser, die erstaunlich jung sein können. Vorher dachte ich, dass dieser Personenkreis eine besondere psychologische Erfahrungen benötigt und gute Verbindungen zu (anderen) Familienoberhäuptern haben sollte, um eine solche Tätigkeit ausüben zu können.
Medizin ist alles, was hilft. Mit einer solchen „Medizin“ wäscht man sich beispielweise, oder man verstreut es auf dem Land. Auf meiner Radtour habe ich auch Plakate traditioneller Wunderheiler gesehen, diese konnte ich gut fotographieren. Einen Fluch habe ich nie abbekommen, aber aufpassen sollte man immer (anderen Radfahrern ist so etwas in der Elfenbeinküste passiert, und man muss dann auch tätig werden, um den Fluch wieder abzuwenden). Den Rat und die Mittel von Medizinmännern ist für die meisten Menschen in Afrika günstiger als der Rat und die Medikamente von Ärzten und in Krankenhäusern. In Ghana gibt es eine Krankenversicherung, und bei Fällen wie Malaria gehen die Menschen auch dorthin.


Die nachfolgenden Fotos sind alle während meiner Radtouren aufgenommen, alle südlich der Bergstadt Koforidua


Wandgemälde in Kwaman, mit Erläuterungen des Künstlers














