Einkaufen und Märkte

Sehr viele Menschen arbeiten im Bereich Handel und Verkauf von Waren, meist als selbstständige Kleinhändler auf Märkten, oder versuchen am Straßenrand ihre Waren zu verkaufen. Rund ein Drittel sind Kleinbauern oder Fischer. Ziemlich wenige sind in Behörden beschäftigt (diese Jobs sind begehrt) und auch im Bereich Industrie/Häfen/Flughäfen dürften aktuell noch recht wenige Menschen beschäftigt sein. Es fehlen Arbeitsplätze, so der Tenor in vielen Gesprächen, die ich führte.

Also werden überwiegend landwirtschaftliche Produkte wie Yam, Cassava (Maniok), Gemüse, Zwiebeln, Paprika, Kokosnüsse, Erd- und andere Nüsse und Obst wie Plantain (Kochbananen) / Bananen, Ananas, Orangen, selbstgebackene Kekse, Toastbrot (in englischer Qualität), Wasser/Getränke/Eis/Wassermelonen und ähnliches auf Märkte und Wochenmärkte, an TroTro-Stations und anderen Plätzen verkauft.

Yam-Markt in Kpasa bei Nkwanta (Oti Region, früher Volta Region)

Jede Stadt und jedes größere Dorf hat einen Wochenmarkt. Im Norden (Upper West und Upper East Region) ist das nicht alle sieben, sondern alle sechs Tage. Warum das so ist, konnte mir keiner erklären. Möglicherweise ist das ein Rhythmus ist, der älter ist als vermutlich mit der Kolonialzeit eingeführte Kalenderwoche mit sieben Tage pro Woche.

In Bolga (und Umgebung) ist alle 6 Tage Markt
Tomaten und Pepper auf dem Wochenmarkt in Manekessim 2025
In Ayensudo gibt es sehr viele solcher Ananas- und Orangen-Verkaufstände (N1, Abzweig Ko-Sa, östlich von Kisi)

Frauen wie Männer laufen auch die Straße entlang und klappern die Nachbarschaft ab, um etwas zu verkaufen. Gekochte Eier mit scharfer Pepper-Soße und frittierte Getreidebällchen, geräucherter Fisch oder Calamares-Ringe (teuer!) gibt es oft an TroTro-Stations. Oder es wird Wasser in Beuteln (Pure-Water 0,50 Ghc) oder Flaschen (5 bis 8 Ghc) verkauft, wie hier auf dem Zwiebelmarkt in Dominase.

Dominase Onion Market an der N1 zw. Buduburam und Winneba

Auf manchen Märkten wird nur mit einer Frucht oder Ware gehandelt, wie Zwiebeln in Dominase, Kokosnüsse im Süden von Kumasi oder Kenkey in Yamoransa, Ananas- und Orangenfrüchte bei Kisi.

Kokosnuss-Markt in Kumasi
mobiler Hühner-Verkauf mit Hühner-Transport-Box, Cape Coast 2025

Aber auch Kleidung/Schuhe, Haushaltswaren wie Metall- und Plastikschüsseln, Luftmatratzen, Klopapier, Zahnpasta und technische Kleingeräte wie Handys, Handyhüllen, Kopfhörer, Ladegeräte und Möbel wie Sofas, Stühle, Holzsärge, Matratzen, Holzspielzeug, Vorhängeschlösser und alles, was der Mensch sonst noch so braucht, wird am Straßenrand, in kleinen Läden verkauf.

Kleiderverkauf in Sekondi-Takoradi 10/2025

In ländlichen Gegenden ist der Wochenmarkt immer unter Strohdächern.

Markt zwischen Kpong und Ho, Volta Region

Auto- und Fahrrad-Reparaturläden (insbesondere für Reifen) und Tankstellen, Benzinverkauf in Flaschen, Blöcke, Holzlatten, Wellblech, Wassertanks, kleine Elektroinstallationsläden für den Häuserbau, Feuerholz etc. gibt es überall.

Verkauft wird auch an Ampeln zwischen den fahrenden Autos oder LKW’s, z.B. Scheibenwischer oder Sonnenbrillen. Eher selten, aber manchmal auch von (älteren) Kindern (die logischerweise nicht gleichzeitig zur Schule gehen können, siehe „Schulen in Ghana“).

Der 7-jährige Kofi geht nicht zur Schule und wünscht sich lieber einen Ball statt eine Schreibtafel

Von den Verkaufszahlen nach eigener Schätzung eher wenig wird in Supermärkten verkauft, wie im Melcom (Supermarkt-Kette, gibt es in den größeren Städten) oder in den großen Malls in und um Accra und Kumasi.

Radladen in Accra (türkisfarbenes Fahrrad 11/2020)

Radladen an der Küstenstraße N1 bei Cape Coast (gelbes Fahrrad 11/2025)

Doch das Leben in Ghana findet weiterhin überwiegend auf oder neben der Straße statt.

Festivals

Festivals gibt es überall in Ghana. Im Süden werden die Könige und auch die Queenmother’s durch die Straßen getragen (z.B. in Elmina und in Asebu, nur habe ich das selbst noch nie gesehen). In Cape Coast gibt jedes Jahr den Orange Friday, eine Art Straßenkarneval.

In der Volta-Region im Osten von Ghana war ich im November 2025 in Akatsi. Dort gab es ein Festprogramm, dass die Kriege der Ewe-Vorfahren (Ewe ist ein Volksstamm) mit Blut und Asche nachspielt (auf dem Festplatz). Im Abendprogramm gab es die „Mama Avenor 2025“-Miss-Wahl auf einer großen Bühne, mit viel Getanze und bei guter Stimmung.

Tutudoza 2025 Festplatz in Akatsi
Startschuss
Darbietungen mit Trommel und Feuer

Die Zuschauer sitzen unter Sonnenschirmen, nach Familien und Stammeshalter aufgeteilt. Es ist alles gut organisiert.

Gleiches Festival, jedoch am Abend: das Bühnenprogramm mit „Mama Avenor 2025“:

Frauen tanzen zu „Mama Avenor 2025“
die Zuschauer wählen die Miss „Mama Avenor 2025“

Soweit das Programm in Akatsi, zu dem es hier noch mehr Infos, Fotos & Videos gibt.

Im Sept. 2025 gab es in Ho das „Asogli Teza“-Festival. An einem der Abende war die Choral Music Night:

Einladende Paramount Chiefs des Festivals in Ho

Die vielen Teilnehmenden werden von Trommelmusik und Chorgesang begleitet

die Männer tanzen und …
… die Frauen tanzen

und Willi tanzt auch …

… zur Freude aller.

Eines der größten Volksfeste ist der „Orange Friday“, bei dem jedes Jahr mehr Leute teilnehmen. Es findet jedes Jahr am ersten Freitag im August statt.

Orange Friday ist Fassenacht (Carneval) auf afrikanisch
Straßentänzer Orange Friday 2019
Bye-Bye bis nächstes Jahr

vorläufiges Ende, Fortsetzung folgt.

Schule in Ghana

Während meiner sechsten Reise hatte es sich ergeben, dass ich neben einer Schule übernachten konnte. Ich hatte dann Gespräche mit dem Betreiber (der privat geführten) Schule und dem Schulleiter, so dass ich die Erlaubnis bekam, ein paar Aufnahmen während des Unterrichts durchzuführen.

Klassenraum 1
Klassenraum 2
Klassenraum 3
Klassenraum 4

Die Schule platzt aus allen Nähten, so dass (Stand Feb. 2025) im Klassenraum 5 der Mittelgang mit querstehenden Schreibtischen voll gestellt werden muss (es gab noch weitere Klassenzimmer).

Klassenraum 5
Video Klassenraum 1+2+Schulhof-Unterricht

Der Unterricht findet auch vor der Schule und im Innenhof statt.

Video Sportunterricht vor der Schule
Video Siegerehrung

Die Schule hat einen Neubau errichtet …

Neubau der Schule 2/2925

… und 10 Monate später sind bereits alle Klassen umgezogen

und der Neubau nach dem Umzug

Nicht allzu weit nördlich dieser Schule gibt es eine weitere Schule, die sich „Farm of Hope“ nennt und die mit deutscher Förderung dort auch eine Trinkwasseranlage betreibt. Dort sind die Klassenräume viel größer, und das quartalsweise im Voraus zu zahlende Schulgeld ist aufgrund der Förderung nur halb so hoch.

Diese und eine weitere Schule habe ich besucht Ende 2025: Hier eine Art Besuchsbericht über

Rund 80 % der Kinder gehen in eine Schule. Kreidetafel einer staatlichen Schule.

Die Kinder lernen, wie ein Computer aufgebaut werden könnte (Schule in Eguase bei Cape Coast)

In Takoradi und in Cape Coast (und wohl auch in anderen Städten) gibt es Universitäten, die gut entwickelte eigene Stadtteile sind und z.B. eigene öffentliche Krankenhäuser, Banken, Postämter, Studentenapartments haben.

Kunst, Skulpturen, Heiligtümer

Wandmalereien, Skulpturen und auch Heiligtümer sind in Ghana oft anzutreffen. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, sieht man mit ein bisschen Glück auch die Künstler, die einem gerne etwas dazu erzählen.

Vorlage für Skulpturen können biblischer Natur sein (Adam und Eva), örtliche Bürgermeister oder Tiere. Wandmalereien habe ich häufiger in Restaurants gesehen, aber auch einmal unter einer Autobahnbrücke. Nicht alles konnte bzw. durfte ich fotografieren.

Adam und Eva
Skulpturen-Haus Posuban Schrein in Elmina

Heiligtümer sind nicht immer zu erkennen. Es können ganze Berge oder Seen sein, die als heilig gelten und bei denen bestimmte Regeln zu beachten sind. Oder Bäume, die bei wichtigen Familienentscheidungen „gefragt“ werden, oder auch Tiere. Beispiele sind die heiligen Affen in Boabeng, für die es sogar einen eigenen Friedhof gibt, und die Krokodile in Kulmasa oder Aketechi, die mit etwas Schnaps und einem geopferten Hühnchen „gerufen“ werden. Auf den Krokodilen sollen die örtlichen Kinder sogar reiten können.

heiliger Berg – es war unklar, ob diesen hätte fotografiert dürfen oder nicht. Letztendlich durfte ich.
heiliger Baum – bei wichtigen Familienangelegenheiten gibt es hier eine Zeremonie, bei der etwas Schnaps vergossen wird. Auch Opfergaben sind möglich. Die weiße Mauer wurde 2024 erneuert, seitdem versperrt eine kleine weiß getünchte Holztür den Blick auf den -unverändert mit einem weißen Tuch umhüllten- Baumstamm.

Menschen können eine Verbindung mit einem Stück Land herstellen, dazu braucht man jemand, der eine „Medizin“ mixen kann. Ob das alternativ zum Grundbuch, welches es auch in Ghana gibt (bei der Land Commission), Bestand haben wird, muss sich noch zeigen. Denn auch in Ghana gibt es geschriebene Gesetze. Es gibt eine „Street-Police“. Diese regelt das Marktgeschehen und auch, dass Läden nicht zu weit in die Straße rein ragen dürfen. Und es gibt eine äußerst schnell rechtsprechende Justiz, die ebenfalls im Falle von Grundstücksstreitfragen tätig wird.

Auf jeden Fall gibt es Wunderheiler und Problemlöser, die erstaunlich jung sein können. Vorher dachte ich, dass dieser Personenkreis eine besondere psychologische Erfahrung benötigt und gute Verbindungen zu (anderen) Familienoberhäuptern haben sollte, um eine solche Tätigkeit ausüben zu können.

Medizin ist alles, was hilft. Mit einer solchen „Medizin“ wäscht man sich beispielsweise, oder man verstreut es auf dem Land. Auf meiner Radtour habe ich auch Plakate traditioneller Wunderheiler gesehen, diese konnte ich gut fotografieren. Einen Fluch habe ich nie abbekommen, aber aufpassen sollte man immer (anderen Radfahrern ist so etwas in der Elfenbeinküste passiert, und man muss dann auch tätig werden, um den Fluch wieder abzuwenden). Den Rat und die Mittel von Medizinmännern ist für die meisten Menschen in Afrika günstiger als der Rat und die Medikamente von Ärzten und in Krankenhäusern. In Ghana gibt es eine Krankenversicherung, und bei Fällen wie Malaria gehen die Menschen auch dorthin.

Plakat eines traditionellen Pristers
Wunderheiler, Rechtsanwalt oder Arzt? Die Probleme der Menschen liegen auch und imer öfters im Bereich Eigentum und dem Schutz dessen.
Traditioneller Kräuterkenner können viele Probleme lösen – „alle“ ist ein bischen übertrieben, denke ich

Die nachfolgenden Fotos sind alle während meiner Radtouren aufgenommen, alle südlich der Bergstadt Koforidua

heiliger Raum mit Gegenständen innen, in Bobikuma (kurz vor Nyakrom)
dto.

Wandgemälde in Kwaman, mit Erläuterungen des Künstlers

Wandmalerei – rechte Szene: Der am Baum hängende Mann wird durch Löwe, Krokodil und Schlange bedroht, die Situation erscheint ausweglos. Links wird nur dem Hund ein Rettungseil zugeworfen, dem Mann nicht.
Doppelte Moral: Der Mann oben gibt vor, er könne dem Mann unten nicht helfen. Was der Mann unten aber nicht sehen kann, ist, dass es oben ein Stock gibt, der als Leiter genutzt werden könnte.
Schwangere mit Kind im Dschungel – auch hier lauern Gefahren – aber nicht durch meinen Fahrradspiegel;-)
Wasserfall – die Bedeutung weiß ich nicht mehr, vielleicht bleibt man immer jung und schön, wenn man hier badet
Vor dem Rathaus in Nyakrom: Der Bürgermeister, seine Löwen und …
… auch zwei Ziegen gesellen sich dazu. An der Wand (gegenüber dem Rathaus) übrigens die Wahlbekanntmachung für die Präsidentschafts- und Parlamentswahl am 7. Dezember 2020, daneben Wahlplakate und Todesanzeigen
vermutlich der Dorfälteste, in Tinkong (südlich von Koforidua)
dieses soll eine Kirche sein? mit Kanonen? Enyan Denkyira
Elmina
das POM (= Power of M.)-Haus
südlich von Aburi
dto.
im Orange Beach, Cape Coast
an der Autobahnbrücke in Accra, im Dez. 2020
Szene an der Sklavenburg Cape Coast Castle an der Westseite außerhalb der Burg, im Nov. 2022

Ergänzung 2025: Fotounterschrift Heiliger Baum, neues Foto Wunderheiler-Schild

Politik+Wahlen 2020

In Ghana ist seit vielen Jahrzehnten ein grundlegend friedliches Land. Das Land zählt (lt. Wikipedia) zu den freisten innerhalb Afrikas. Die Demokratie hat ein Jerry J. Rawlings (NDC), genannt JJ, eingeführt, er war 1992 bis 2000 der Präsident Ghanas. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen gibt es alle vier Jahre, seit 2000.

Während meiner Reise 2020 gab es eine solche Wahl, inklusive Wahlkampf, der engagiert und vor allem auf der Straße geführt wurde: Lautsprecherwagen, Promotion-Gruppen und Demonstrationszüge mit tanzenden Leuten, viele Plakate bis in die hintersten Ecken des Landes und die Berichterstattung im ghanaischen Fernsehen – alles lief friedlich, auch nach der Wahl.

Wahlbekanntmachung
Wahlbekanntmachung in New Edubiase

In Ghana hat jede Partei ein Symbol, welches mit einem Fingerabdruck gewählt werden kann. Es gibt den Elefanten (NPP), den Sonnenschirm (NDC), den roten Hahn (CPP), einen gezackten, roten Punkt (PPP) und einige weitere Parteien, die gewählt werden konnten.

Die NPP (Elefant/blau) ist salopp gesagt die Business-/Akademiker-Partei. Sie steht für „free-education“, und als Regierungspartei hat sie die kostenlose Schulausbildung eingeführt. Präsident ist Nana Akufo-Addo, der freundliche Mann mit der Brille.

NPP-Plakat
Nicht nur der Präsident hatte zur Corona-Zeit eine Maske auf

Die NDC (Sonnenschirm/grün) ist die Fischer-/Farmer-Partei. Als Opposition will sie neue Jobs schaffen. Viele junge Leute mit etwas Schulbildung, die nicht mehr in der Landwirtschaft der Eltern arbeiten wollen, und auch der ländliche, dünner besiedelte (und vernachlässigte) Norden unterstützen die NDC. Der NDC-Präsidentschafts-Gegenkandidat ist John Mahama.

NDC-Plakat in Asmankese
NDC-Werbung an einem Tro-Tro-Bus in Hohoe

Plakate anderer, kleinerer Parteien:

die PPP ist in Elmina besonders aktiv (am Horizont die Elmina Castle)
mit Lautsprecherwagen wird auf die Wahl hingewiesen (hier ohne Lautsprecher)
die PPP awake!-Partei hat sich ausgerechnet ein rotes Corona-Symbol ausgesucht. vermutlich Zufall
CPP-der rote Hahn
Alle Parteien haben engagierte Fans, die lachend und tanzend durch die Straßen laufen.
Hier aber wird der einzige unabhängige Präsidentschaftskandidat, Kwame Alfred Asiedu Walker beworben.

Ich habe mich nie für oder gegen eine Partei ausgesprochen, aber in Gesprächen habe ich immer festgestellt, dass Ghana im Vergleich mit seinen Nachbarländern gut dasteht: Viele Bauprojekte (Straßen, neue Eisenbahnlinie Tema-Akosombo, neuer Binnenhafen in Akosombo), Infrastruktur (die Stromversorgung wird ausgebaut), ärztliche Versorgung (viele Krankenhäuser, eine Gesundheitskarte, die extrem günstig ist und regional verwendet werden kann, mehrmals habe ich Krankenwagen gesehen…) und eine sehr sich zurückhaltende Polizei und wenig Militär. Anders als z.B. in der Elfenbeinküste, in der alle paar Kilometer eine Personenkontrolle stattfindet und wo es viele Behörden gibt, wurde das Thema Korruption in Ghana unter John Kufuor (NPP) durch „Verdoppelung der Beamten-Löhne“ angegangen, ebenso wurde das Steuersystem und die Justiz ausgebaut. 2004 hatte Ghana alle Voraussetzungen für einen umfangreichen Schuldenerlass der Weltbank erfüllt. Voraussetzung dafür waren umfangreiche Pläne zur Armutsbekämpfung.

NPP-Fan
NDC-Promotion-Team

Der Ablauf der Wahl ist wie überall. Auf dem Wahlzettel wird statt eines Kreuzes ein Fingerabdruck gemacht:

man unterscheidet zwischen gültigen und ungültigen Stimmzetteln
Ablauf der Wahl – entsprechend der Corona-Aha-Regeln

Wahltag war am Montag, 7. Dez. 2020. Zwei Tage lang wurden die Stimmen ausgezählt, beide Parteien (NPP und NDC) hielten sich für Gewinner (je nach Fernsehsender). Die Stimmenzuwächse und Abwanderungen wurden, auf Regionen- und Wahlkreisebene genau, stundenlang analysiert. Meine Reise habe ich sicherheitshalber mal unterbrochen, um das Endergebnis abzuwarten. Ich bin dann zwei Tage nach der Wahl weitergefahren und habe bei Verkündung des Ergebnisses die ausgeflippten NPP-Anhänger rumlaufen gesehen. Nana Akufo-Addo (NPP) wurde sehr knapp wieder Präsident (mit 51, 48 % der Stimmen).

Bei der Parlamentswahl gab es folgendes Ergebnis: 137 Sitze NPP, 137 Sitze NDC, 1 Sitz „others“. Keine klare Mehrheit, das Regieren wird schwieriger.

Eine Woche nach der Wahl sind die Anhänger beider Parteien gemeinsam in einem Demonstrationszug durch die Straßen von Tema gezogen. Anders als in den USA, wo ja fast zeitgleich gewählt wurde, gab es in Ghana keine Stürmung des Regierungsgebäudes.

Ergänzung 2022: Da Nana Akufo-Addo (NPP) wg. Begrenzung auf zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte, wurde im Dezember 2024 der Gegenkandidat John Dramani Mahama (NDC) wieder als Präsident gewählt. Mal hat der Kandidat der NPP, mal der Kandidat der NDC die Nase vorne, seit drei Jahrzehnten.

Ein paar Informationen noch zur Politik: Im September 2018 wurde in einem Referendum sechs neue Regionen geschaffen, ein NPP-Wahlversprechen, um vor allem den nördlichen Regionen mehr Einfluss auf die Politik zu ermöglichen. Die Karte von Ghana enthält jetzt 16 statt zuvor 10 Regionen.

Ghanas neue Regionen
Nationales Versprechen, auf der Rückseite eines Schulheftes
in Ghana hält sich die Polizei sehr zurück. Anders als in den Nachbarland Elfenbeinküste, wo sehr häufig auch Personenkontollen sind, habe ich das in Ghana nur einmal vor dem Staudamm in Akosombo erlebt.
Auch wenn nicht alle el. Strom haben (die Kinder lernen mit einer Bambus-Taschenlampe). In Ghana ist die Schulausbildung für alle, ohne Schulgeld möglich. Da Ghana die Armut aktiv bekämpft hat, hat der Internationale Währungsfond IWF und die Weltbank Ghana seine Schulden erlassen.
Die Healthy Insurance Card, eine Krankenkassenkarte, ermöglicht den kostenlosen Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern. Sie kostet einmalig 50 Ghc (ca. 10 EUR), muss jährlich verlängert werden und gilt nur für lokale (staatliche) Krankenhäuser und Ärzte.
Die Autobahnen (hier das Autobahnkreuz in Tema) wurden mit chinesischer und japanischer Hilfe gebaut, gleiches gilt wohl auch für die neuen, in Bau befindlichen Eisenbahnlinien. Die Asiaten sichern sich die Rohstoffwege, eine Entwicklung, die Sorge bereitet, da die Bevölkerung nicht wirklich davon profitiert. Als Fahrradfahrer kann ich nur feststellen: Es ist lebensgefährlich, direkt entlang der Autobahn Accra – Tema zu fahren.

Ende Januar 2021 war Staatstrauer in Ghana. Der Mann, der die Demokratie eingeführt hat, Jerry J. Rawling (genannt JJ) wurde feierlich beerdigt. Vor JJ gab es sechs Führer der „United Gold Coast Convention (UGCC)“ die auch „The Big Six“ genannt werden, und deren Köpfe in Übermanngröße im Kreisel vor dem Kotoka International Airport in Accra zu sehen ist. Zur Orientierung: Ghana, die Goldküste, war ja britische Kolonie und wurde 1957 unabhängig.

The Big Six of Ghana, die Führer Ghanas in der Übergangszeit von britischer Kolonie zur Unabhängigkeit 1957, vor dem Flughafen KIA in Accra. – Ergänzung 2025: Alle 6 Köpfe sind verschwunden.

Nationalparks (Kakum, Mole, Boabeng)

Es gibt nur noch wenige Urwald-Abschnitte in Ghana. Zwei davon sind der Kakum National Park, der 30 km nördlich von Cape Coast liegt, und der Mole National Park im Westen des Landes. Es gibt in Westafrika kein Großwild, folglich ist auch keine Foto-Safari möglich. Aber immerhin kann man in Mole mit etwas Glück Antilopen oder Elefanten sehen.

im Kakum National Park nördlich von Cape Coast
der Baumwipfelpfad „Canopy Walkway“ im Kakum National Park – In 40 Meter Höhe sind die Baumriesen noch mindestens 1 Meter dick.

Sehenswert ist auch die Ortschaft Boabeng-Fiema, die in einem Urwald liegt. Dort leben die heiligen Affen. Es gibt einen eigenen Friedhof, jeder verstorbene Affe bekommt einen eigenen Grabstein.

Affenpark Boabeng: Hier leben die heiligen Affen.
Auch hier gibt es noch Reste des Regenwaldes.
In Boabeng-Fiema kommen die neugierigen Affen bis in die Küchen der beiden kleinen Ortschaften
Übernachtet habe ich oft im Zelt, wie hier in Kintampo, nahe des gleichnamigen Wasserfalls, der nur einige Kilometer nordwestlich von Boabeng-Fiema liegt. Eine so grüne Wiese wie hier ist selten in Ghana.
Eingangsschild des Bole National Parks. Der bekannteste Nationalpark Ghanas liegt in der Savannah Region des Landes.
Rundhütten habe ich nur im Norden von Ghana, jedoch südlich von Tamale gesehen. Sonst sind alle Häuser rechteckig. Kirchen auch mal achteckig.
Übernachtung auf dem park-eigenen Campingplatz. Hier war ich für mich alleine, die meisten übernachten lieber im (überteuerten) Hotel des Parks.
Früh morgens beginnt die geführte Tour zu Fuß durch den National Park.
Ich hatte Riesenglück, die Elefanten zu sehen.
Kob-Antilope. Dafür, dass ich weniger als 24 Stunden in dem Park war und nur zu Fuß -immer mit einem Guide- unterwegs war, habe ich wirklich viel gesehen. Wie gesagt, ich hatte Riesenglück, andere sehen das in zwei Wochen nicht.
Blick auf die Wasserstelle von Oben.
Aburi, ein Städtchen mit guter Aussicht über die Greater-Accra-Ebene, liegt nur 50 km nördlich von der Hauptstadt entfernt und hat einen sehr gepflegten Botanischen Garten.
Termitenhügel gibt es überall in Ghana, nicht nur hier,
im Botanischen Garten von Aburi

Ergänzung 2022: Sehenswert sind auch der EcoPark in Bunso, die Wasserfälle in dem kleinen Kyabobo-Nationalpark an der Grenze zu Togo, die Hippos am Black Volta River in Wechiau (an der Westgrenze zu Burkina-Faso) und die heiligen Krokodile in Kulmasa.

Islam und Moscheen

Der Islam ist überwiegend im Norden Ghanas oder auch in der Hauptstadt Accra (Stadtteil Nima, Stadtteil Alajo…) anzutreffen. Moscheen sind viel leichter zu erkennen als Kirchen.

Muslimische Hochzeit – anders als bei den Christen wird diese auf der Straße gefeiert, die Frauen ziehen stundenlang tanzend um die Braut herum.
Irgendwann geht es dann in einen Hof, um dort noch weiter zu feiern
Lehrer in Bole
Eine neue Moschee entsteht, noch größer als alle anderen in der Umgebung. Im geschäftstüchtigen Stadtteil Nima (in der Hauptstadt Accra) wird viel Richtung Mekka gebetet und dass ist der muslimischen Minderheit Ghanas ganz besonders wichtig.
Neben mir zwei Brüder. Der eine ist Christ, der andere Moslem.
farbenbrächtige Moschee in Bondoukou, C’dI

Ergänzung: 6 weitere Fotos nach der Radtour 2020

Moschee in Bimbila – anders als die christlichen Kirchen sind die Moscheen in Ghana mit kräftigen Farben angemalt und als solche leicht zu erkennen
Saltpond
zwischen Suhum und Koforidua
bunte Muslime-Gruppe, zwischen Hohoe und Bimbila
während der Radtour, nähe Bimbila

Ergänzung 2024: An dieser Stelle der Hinweis, dass es in Ghana auch Einwanderer gibt, die meisten aus Westafrikanischen Ländern (Elfenbeinküste, Nigeria, Togo, Liberia). Die Einwanderer aus Liberia z.B. leben auch Jahre nach dem Ende des dortigen Bürgerkrieges noch in Ghana, vor allem in Buduburam (westlich von Kasoa) und in Accra. Die Einwanderer haben ihre Glaubensausrichtung mitgenommen, d.h. vor allem das Christentum, ihre muslimische Religion oder ihre traditionelle afrikanischer Religion.

Gottesdienst, Kirche, Beerdigung

Der Sonntags-Gottesdienst ist für die überwiegende Anzahl der Menschen in Ghana sehr wichtig. An Gott glauben alle, und das wird auch so gepredigt. Auf der Straße, in Tro-Tro-Bussen, überall gibt es Prediger, die aus der Bibel vorlesen. Die Gottesdienste sind sehr lebendig, egal wie viele Teilnehmer es sind.

Es gibt „hunderte von“ Kirchen überall in Ghana (wie es auch „hunderte von“ Krankenhäusern und „hunderte von“ Schulen gibt, folglich sind alle diese Kirchen, Krankenhäuser und Schulen sehr klein, also mit wenigen Mitgliedern, Patienten oder Schülern). Die Kirchen kann man oft von außen nicht erkennen, so lange nicht ein Gottesdienst lautstark gefeiert wird. Es wird viel eigene Musik gemacht, gebetet, gesungen, getanzt, und am Ende gibt es immer etwas zu essen und zu trinken, für alle.

St Anne’s Convent in Elmina
Alle Kirchengemeinden wollen wachsen, viele Kirchengebäude bleiben aber im Rohbau stecken.
Gottesdienst in Agogo
Es wird viel und intensiv gebetet. Tut man das nicht, wird man dazu aufgefordert: Pray now!

Video Gottesdienst in Agogo

Friedhof
Beerdigung (der Sarg ist in dem Gebäude aufgebahrt). Todesanzeigen werden per Plakat mit Bild und Alter des Verstorbenen im ganzen Ort bekannt gegeben.

Ergänzung: weitere Fotos nach der Radtour 2020

8-eckige Kirche nähe Bimbila
Kirche mit Holzturm, nähe Suhum
Kirchenumbau – es wird (überall, bei jeder Kirche, bei jeder Moschee) mit großem Mitgliederzuwachs gerechnet
Gottesdienst am Strand in Elmina, dieser findet hier regelmäßig statt. An anderer Stelle in Elmina (direkt an den Salzfeldern) habe ich ebenfalls einen Gottesdienst unter freiem Himmel gesehen (bzw. vielmehr gehört, weil es dort dunkel war).
Beerdigungszug – es werde Geschenke zur Feier gebracht, …
.. und auch die Musik darf nicht fehlen
Friedhof bei Akroso (nähe Nyakrom) während der Radtour auf staubiger Strecke

Beerdigungen werden über viele Tage gefeiert (je nachdem, wie bekannt die verstorbene Person war), und man kommt nicht drum herum, sich mindestens einen halben Tag dazu zu setzten. Es gibt Musik, und immer ein Prediger ist dabei. Die Verwandtschaft ist dabei, es ist ein Familienfest. Alle sitzen stundenlang zusammen, im großen Kreis. Genau genommen in einem großen U, wobei an der Stirnseite immer die wichtigsten Familienmitglieder sitzen.

Ergänzung 2025 (Funeral in Elmina):

Am Vorabend beginnt die Totenwache. Der Sarg wird unter das Zeltdach gebracht, der Tote in Zeltmitte aufgebahrt. Mit der Leiche wird gesprochen, als würde sie noch leben. Kinder laufen um das Bett herum.
Mindestens zwei Prediger müssen es schon sein, und mit einer Flasche 40%-iger Dry Gin beginnt und endet jede Familien-Zeremonie dieser Familie.
Eine Beerdigung geht tagelang, schließlich ist der Jüngste von 11 Geschwistern verstorben. In der Nacht wird getanzt und gebetet,…
… und der Saag mit Wasser, Erde, Tücher und Grabbeigaben. Während der Feierlichkeiten wird immer wieder zwischendurch Geld von den Besuchern gesammelt. Dieses sowie der Nachlass, auch wenn es wenig ist, wird unter den Familienmitgliedern aufgeteilt.

Video Beerdigung in Elmina

Das Begräbnis ist dann weniger spektakulär, da sind auch nur noch wenige Familienmitglieder dabei. Grabbeigaben sind u.a. Seife, Shampoo, Tücher, Kleider und eine Flasche Dry Gin. Auch von mir ist was dabei.

Und es gab es fast zeitgleich in Elmina eine zweite Beerdigung, die in der Nähe des alten Hafens war.

Anders als die erste Beerdigung tragen hier alle Kleider in blau und weiß.
Beerdigung unweit des alten Fischerfafens in Elmina

In dem kleinen Städtchen Moree (eigentlich ist es ein Fischerdorf) gibt es, von außen unscheinbar, eine große Kirche mit lautstarken Gottesdiensten, immer Freitags und Sonntagen.

Video Moulders chapel

Man rechnet auch hier, dass die Anhängerschaft in Zukunft wächst.

In dieser „Kapelle“ wird mit ohrenbetäubener Lautstärke beschallt. Die Mütter mit Kindern bleiben lieber ganz hinten, hinter dem Mischpult.

Leben in Ghana

Wie lebt es sich in einem Land, in dem viele nicht lesen und schreiben können? Die meisten Leute haben keinen Pass oder Personalausweis, keine Kreditkarte und keine Postadresse für Warenlieferungen. Wie werden Informationen weitergegeben?

Alles geht erstaunlich gut. Jeder hilft dem anderen, so gut er kann. Man ist sich einig, dass alle im gleichen Boot sitzen. Jeder hat viele Freunde, überhaupt sind Freundschaften sehr wichtig. „Das ist meine Schwester, mein Bruder, meine Mutter etc.“ ist meist nicht wörtlich zu nehmen. Viele arbeiten auf dem Feld, viele beim Fischfang oder auf den (Lebensmittel-)Märkten. Jeder will etwas verkaufen, und wenn es nur Erdnüsse oder Melonen sind. Oder Handy-Zubehör. Es gibt keine Stelle im südlichen Ghana und wo Menschen wohnen, wo man mehr als 100 Meter laufen muss, um wirklich alles zu bekommen, was man zum Leben braucht. Und man braucht nicht viel, um Glücklich zu sein. Immer ist jemand um einem herum, der helfen kann.

Allerdings ist auch jeder mit jedem verschuldet, weil Geld immer knapp ist. Auch in Ghana muss man für eine Hütte Miete bezahlen, und (soweit vorhanden) auch für Strom, und immer schön im Voraus. Für Stromzähler gibt es eine Prepaid-Karte. Weil es keine Personalausweise gibt und Stromzähler einen festen Standort haben, ist diese Karte mit der Zählernummer auch gleichzeitig der Nachweis für den Wohnort, also eine Meldebescheinigung für Behörden, Banken oder bei der Polizei. Nach Wahlen gibt es noch ein weiteres, wichtiges Dokument: die Voter-Card, das ist die Wahlbenachrichtigung, die auch ein Lichtbild enthält.

Informationen werden über Lautsprecher weitergegeben, über lautes Rufen (z.B. bei Tro-Tro- oder Taxi-Fahrten) oder über angemalte Hauswände. Werbung gibt es, läuft allerdings ins leere (weil kein Geld da oder man nicht lesen kann). Die quasi nicht vorhandene Werbung und der überschaubare Besitz ist, so meine ich, der Schlüssel zum Glücklich sein.

Vieles wird auch nur mündlich weiter gegeben, „My mother told me …“ habe ich oft gehört, wenn es um Familientraditionen geht. Übrigens: Eine starke Rolle der Frau (Matriarchat) gab es in den größten Teilen von Ghana. Ihr Besitz wurde (nur) an die Töchter vererbt (lt. meinem Reiseführer). Das hat sich im südlichen Ghana nicht oder nur leicht geändert. Frauen streiten lautstark um die Preise des frisch gefangenen Fisches oder schlagen sich, welche Familie für die Beerdigungskosten aufkommen muss. Die Männer sind überwiegend im Hafen und auf den Felder anzutreffen, oder sind Fahrer von Linientaxis, normalen Taxis und Tro-Tro-Bussen. Frauen sind auf dem Markt und sind für die Kinder zuständig, die auf dem Rücken mitgeschleppt werden. Jugendliche helfen überall selbstverständlich mit. Diese Rollenaufteilung gilt jedoch nur in christlichen Gebieten. In muslimischen Gegenden sitzen die Männer den ganzen Tag faul unter Bäumen und gehen fünfmal am Tag mit gewaschenen Füßen zum Beten in die nächste Moschee.

Was einem im Straßenbild sofort auffällt sind die vielen Kinder. Es wird miteinander gespielt, überall. Fußballplätze gibt es überall und werden jeden Abend intensiv genutzt. Es gibt sehr viele kleine Schulen, die Kinder haben selbstgenähte Schuluniformen und fahren oft mit dem Schulbus zur Schule. Es gehen die meisten, aber längst nicht alle zur Schule.

Im Fernsehen Ghanas laufen Sendungen fast nur über ghanaische oder westafrikanische Themen (Nachrichten, Gesundheitsthemen, Anti-Korruptionskampagnen). Als Unterhaltung sind auch Schnultz-Sendungen aus Indien beliebt. Amerikanische oder internationale Filme habe ich nie gesehen. Einen richtigen Kult wird gemacht über wohlgenährte, tanzende Frauen mit „dicken Ärschen“, vor allem in den Pubs. Da tanzt dann jeder mit. Auch Gospelsongs werden gerne gesehen und gehört, aber auch afrikanische Pop-Songs. Wer einen Fernseher hat, der funktioniert, lässt diesen auch laufen. Wer ein Radio hat, das funktioniert, schaltet dieses auch lautstark ein.

Ein Radiosender für lokale Nachrichten
Am Busbahnhof ist es immer laut, da die Zielorte der Tro-Tro-Busse bekannt gegeben werden müssen.
In Ghana gibt es pro Einwohner mehr Handys als in Deutschland, und auch die Übertragungsrate (Fotos, Videos, Voip-Telefonate) ist deutlich besser. Vermutlich liegt das an einer hohen Sendeleistung, die in Europa nicht zugelassen wäre. Echtes WLAN ist selten zu finden, nur in großen Hotels an der Küste. Foto von 12/2020 nähe Agogo..
Es ist gar nicht so einfach, an ein Postfach zu kommen. Hier kommt meine Post an.
Seit 2022 gibt es die „Digital Adress“, das sind Schilder an jedem Gebäude, die neben dem Straßennamen auch einen QR-Code (mit den GPS-Koordinaten) enthält.
China investiert in Satelliten-TV (nicht nur in Ghana, sondern auch in den Nachbarländen Westafrikas)
Alkoholische Produkte „nur für +18-jährige“ und nicht für Schwangere. In Ghana wird wenig Alkohol getrunken und so gut wie gar nicht geraucht, so mein Eindruck.
Lebensgroße Skulpturen gibt es in jeder größeren Stadt (hier an einer Hauswand in Kumasi, Asafo Car Station).
Kumasi, Asafo-Station (hier fahren die Busse nach Cape Coast, Accra und Agogo ab)

Die Welt verändert sich, auch in Ghana.

Der selbe Laden, die gleiche Straße am Strand, erst grün, …
… dann blau, …
dann gelb (die PUP – Power Unity Party – ist eine neue Partei, die zur Parlamentswahl im Dezember 2020 antreten wollte). Die Palme mit dem schrägen Baumstamm ist verschwunden, die Ersatzpflanzung 2 Jahre später auch.
Zwischen 2022 (neue dig. Adresse) und 2025 sind ein paar Kiosk’s hinzugekommen, die neben dem -jetzt wieder blauem- Laden stehen
Die Pflanzen sind gewachsen und hinter Agacious-Joint-Getränkeladen ist eine Terasse 09/2025
2022, als der Laden noch gelb war, wurde der schöne Sandstrand durch einen Steinwall ersetzt. Grund: Der Meeresspiegel könnte weiter ansteingen. Und die holländischen Planer haben in Elmina gleich zwei Steinwälle bauen lassen, so dass ein neuer Hafen entstand.
Das Wasser an der Küste steigt. Das hält die Besitzer dieses Ladens nicht ab, hier noch zu verkaufen.
Es wird ein gewaltiger Damm gebaut, der 2/3 der ghanaischen Küste einnehmen wird. So gut wie alle Sandstrände verschwinden, so meine Befürchtung. Es gibt keine Rücksicht auf Fischerdörfer oder Hotelanlagen. Denn das Wasser steigt. Oder hat sich ein Minister profilieren wollen? Fakt ist, dass viele schöne Strände entlang der gesamten ghanaischen Küste ereits verschwunden sind. Das Vorhaben nennt sich „Sea Defence Project“.
Dieser Spielautomat wurde entfernt – er passt nicht mehr in die Zeit. Stattdessen gibt es jetzt einen Fernseher mehr in dieser Kneipe

Kunst und Kultur

Die Afrikaner legen viel Wert auf ihre eigene Kultur, und man sieht vielerorts Selbstgemaltes oder -Geschnitztes

Baum bei den Boti-Waterfalls nahe Koforidua
Selbst gemalte Szene in einer Bar
zwischen lauten Musikboxen und Palmen – der Mann trägt die Taschen, die attraktive Frau den Klunker

Ergänzung: weitere Fotos zum Thema „Läden“ nach der Radtour 2020

Es wird allesmögliche einzeln verkauft: Reifen, …
… alte Fernseher und …
Grills (zum Kochen zu Hause und in Garküchen)
In einer Kneipe, morgens früh in der Hafenstadt Thema. Schnaps in Gläsern und Beuteln.
Auspuffe – Kfz-Werkstatt in Tema

Ergänzung: 1x Foto Elmina Ladenreihe 04/2025 und 1x in 01/2026

Essen & Trinken

Es gibt vier Lieblingsgerichte, auf die alle in Ghana schwören und die Grundlage für die Ernährung des Landes sind. Alle drei sind aus gestampftem Etwas, und werden dann noch (meist sehr scharf) gewürzt.

  • Fufu = gemacht aus gestampftem Maniok, eine Art Kartoffel
  • Banku = gemacht aus Mais oder Yam, der großen Kartoffelart, und Plantain
  • Kenkey = gemacht aus Mais, umwickelt mit Bananenblätter
  • Waakye (gespr. Wɔtschi) = Gericht aus Reis, Bohnen und Hirseblättern

Natürlich gibt es auch Reis (Riceballs: Fried Rice oder Jollof Rice) oder Spaghetti. Dazu entweder ein hartgekochtes Ei, Fisch oder ein kleines Stück Fleisch.

Folgende Soßen kann man dazu bekommen:

  • Ghana-Soup (mit Okro), meist schleimig
  • sehr scharfe Leight- oder Garlik-Soup
  • Palm-Nut-Soup, sehr lecker

Plantain, das sind die großen Bananen. Im Unterschied zu „Banana“, die viel kleiner sind. Die Blätter von den Bäumen sind kaum zu unterscheiden.

Und dann gibt es jede Menge an Mangos, Kokosnüsse und andere Nüsse, Ananas. Zum Würzen gibt es Pfeffer (Pepper), Paprika, Zucker (aus Zuckerrohr), Salz (aus Salzseen) und vieles mehr, was man so auf den Märkten kaufen kann.

Fisch, meistens getrocknet, oder Fleisch, meist Huhn, gibt es manchmal als Beilage dazu. Auf den Straßen wird aber auch Spagetti oder Reis, Salat, Pfannkuchen, frittierte Maisbällchen, Kebab (Fleischspießchen vom Grill) verkauft.

Getrunken wird Wasser aus Plastikbeuteln (für 20 Peswas, 2020 / für 40 Peswas, 2022 / für 50 Peswas, 2025) oder, deutlich teurer, Bottle-Voltic-Water (für 5 bis 6 Cedis, 2022, das sind ca. 0,50 EUR). Malte ist Malzbier, Club Beer ist ein alkoholhaltiges Bier. Schnaps wird verwendet, um Geister zu beschwören. Es gibt auch Fanta oder Cola und eine Reihe lokaler Limonaden, gekühlt oder ungekühlt, aber wohl nur in Städten und größeren Dörfern.

Was ist in so einem Teller drin?
Fufu
Es ist unglaublich, was die Leute so aus dem Urwald rausholen
Egal wo, an jeder Straßenecke, gibt es Erdnüsse, Bananen, Plantain. Nur Äpfel sind teuer und nicht überall erhältlich
Mangos, Bananen, Spinat
An der Straßenecke gibt’s Kebab,
Salat, Spagetti und Bohnen, immer frisch
Eintopf für die Hafenarbeiter in einem Fischerstädtchen
Wie viele Eier trägt diese Frau auf ihrem Kopf?
Pfannkuchen auf meinem Allesbrenner-Kocher, hier mit Diesel von der Tankstelle betrieben

Während das Kochen der Speisen fast schon öffentlich stattfindet ist das Essen, also die Nahrungsaufnahme eine persönliche Privatngelegenheit, für die man sich zurückzieht, in dem man sich in eine Ecke für sich alleine hinsetzt. Entsprechend wenig Restaurants sind zu finden, und wenn man welche findet, das mit meist nur einem Gericht (Fufu oder Reis mit einer Soup). Da muss man mit wackeligen Plastikstühlen oder einfachen Holzbänken vorlieb nehmen.

Eine geselliges „Miteinander-Essen-Gehen“, in Familienrunde oder im Freundeskreis, habe ich so gut wie nirgends gesehen. Lediglich die amerikanischen Fast-Food-Ketten wie KFC und Pizza-Hut, in der Nähe von Durchgangsstraßen oder in Einkaufszentren gelegen, gibt es. Und so gut wie nur dort wird an hohen Esstischen und stabilen Stühlen gegessen. Sonst sind es (maximal) kleine Plastik-Tische, wackelige Plastik-Stühle oder Holzbänke. Die Fast-Food-Restaurants werden wenig besucht. Gleiches gilt für Supermärkte (Melkom), denn in Ghana kauft man lieber frisch auf dem Markt.

Manch einer fängt auch wilde Tiere, was in Nationalparks verboten ist.

das wäre nichts für mich – das Tierchen, eine Ratte, war kurz vorher noch lebendig

Es gibt auch Kneipen und Bars, mit und ohne Spielautomaten, mit und ohne Billardtische mit und ohne Warnhinweis, dass Minderjährige und Schwangere keinen Alkohol trinken dürfen.

Verkaufstresen in der Fishermens Bar „Akanan“ in der Nähe der Cape Coast Castle 11/2025

Kokosnüsse, Melonen, Ananas, frische frittierte Getreidebällchen, Yam-Stücke in Pommes-Form, geräucherten Fisch, hartgekochte Eier mit Pepper-Soße oder gegrillte Bananen oder gegrillte Kebap-Fleischspieße wird sehr häufig am Straßenrand mundfertig angeboten.

Ein Junge öffnet eine Kokosnuss und bietet die Milch und Fruchtfleisch mundfertig am Straßenrand an. Da das immer an der gleichen Stelle ist, sammeln sich über die Jahre hinweg jede Menge Schalenreste an. Akatsi 11/2025

(3x Fotots Fufu-stampfen gelöscht + 2x Absatzt ergänzt 04/2025) (Bild Kokosnüsse gelöscht, zwei Video und das Foto der Fishermens-Bar ergänzt 01/2026)