Einkaufen und Märkte

Sehr viele Menschen arbeiten im Bereich Handel und Verkauf von Waren, meist als selbstständige Kleinhändler auf Märkten, oder versuchen am Straßenrand ihre Waren zu verkaufen. Rund ein Drittel sind Kleinbauern oder Fischer. Ziemlich wenige sind in Behörden beschäftigt (diese Jobs sind begehrt) und auch im Bereich Industrie/Häfen/Flughäfen dürften aktuell noch recht wenige Menschen beschäftigt sein. Es fehlen Arbeitsplätze, so der Tenor in vielen Gesprächen, die ich führte.

Also werden überwiegend landwirtschaftliche Produkte wie Yam, Cassava (Maniok), Gemüse, Zwiebeln, Paprika, Kokosnüsse, Erd- und andere Nüsse und Obst wie Plantain (Kochbananen) / Bananen, Ananas, Orangen, selbstgebackene Kekse, Toastbrot (in englischer Qualität), Wasser/Getränke/Eis/Wassermelonen und ähnliches auf Märkte und Wochenmärkte, an TroTro-Stations und anderen Plätzen verkauft.

Yam-Markt in Kpasa bei Nkwanta (Oti Region, früher Volta Region)

Jede Stadt und jedes größere Dorf hat einen Wochenmarkt. Im Norden (Upper West und Upper East Region) ist das nicht alle sieben, sondern alle sechs Tage. Warum das so ist, konnte mir keiner erklären. Möglicherweise ist das ein Rhythmus ist, der älter ist als vermutlich mit der Kolonialzeit eingeführte Kalenderwoche mit sieben Tage pro Woche.

In Bolga (und Umgebung) ist alle 6 Tage Markt
Tomaten und Pepper auf dem Wochenmarkt in Manekessim 2025
In Ayensudo gibt es sehr viele solcher Ananas- und Orangen-Verkaufstände (N1, Abzweig Ko-Sa, östlich von Kisi)

Frauen wie Männer laufen auch die Straße entlang und klappern die Nachbarschaft ab, um etwas zu verkaufen. Gekochte Eier mit scharfer Pepper-Soße und frittierte Getreidebällchen, geräucherter Fisch oder Calamares-Ringe (teuer!) gibt es oft an TroTro-Stations. Oder es wird Wasser in Beuteln (Pear-Water 0,50 Ghc) oder Flaschen (5 bis 8 Ghc) verkauft, wie hier auf dem Zwiebelmarkt in Dominase.

Dominase Onion Market an der N1 zw. Buduburam und Winneba

Auf manchen Märkten wird nur mit einer Frucht oder Ware gehandelt, wie Zwiebeln in Dominase, Kokosnüsse im Süden von Kumasi oder Kenkey in Yamoransa, Ananas- und Orangenfrüchte bei Kisi.

Kokosnuss-Markt in Kumasi
mobiler Hühner-Verkauf mit Hühner-Transport-Box, Cape Coast 2025

Aber auch Kleidung/Schuhe, Haushaltswaren wie Metall- und Plastikschüsseln, Luftmatratzen, Klopapier, Zahnpasta und technische Kleingeräte wie Handys, Handyhüllen, Kopfhörer, Ladegeräte und Möbel wie Sofas, Stühle, Holzsärge, Matratzen, Holzspielzeug, Vorhängeschlösser und alles, was der Mensch sonst noch so braucht, wird am Straßenrand, in kleinen Läden verkauf.

Kleiderverkauf in Sekondi-Takoradi 10/2025

In ländlichen Gegenden ist der Wochenmarkt immer unter Strohdächern.

Markt zwischen Kpong und Ho, Volta Region

Auto- und Fahrrad-Reparaturläden (insbesondere für Reifen) und Tankstellen, Benzinverkauf in Flaschen, Blöcke, Holzlatten, Wellblech, Wassertanks, kleine Elektroinstallationsläden für den Häuserbau, Feuerholz etc. gibt es überall.

Verkauft wird auch an Ampeln zwischen den fahrenden Autos oder LKW’s, z.B. Scheibenwischer oder Sonnenbrillen. Eher selten, aber manchmal auch von (älteren) Kindern (die logischerweise nicht gleichzeitig zur Schule gehen können, siehe „Schulen in Ghana“). Luftmatratzen rum.

Der 7-jährige Kofi geht nicht zur Schule und wünscht sich lieber einen Ball statt eine Schreibtafel

Von den Verkaufszahlen eher nach eigener Schätzung eher wenig wird in Supermärkten verkauft, wie im Melcom (Supermarkt-Kette, gibt in den größeren Städten) oder in den großen Malls in und um Accra und Kumasi.

Radladen in Accra (türkisfarbenes Fahrrad 11/2020)

Radladen an der Küstenstraße N1 bei Cape Coast (gelbes Fahrrad 11/2025)

Doch das Leben in Ghana findet weiterhin überwiegend auf oder neben der Straße statt.