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(Test-)Radtour Accra –> Agogo
Ich habe mir für 300 Ghc (ca. 60 EUR) ein gebrauchtes Fahrrad gekauft, mit dem ich etwa 400 km von Accra nach Norden zum Akosombo-Damm (dem großen Volta-Staudamm) und (da gerade kein Boot über dem Volta-See fuhr) von dort weiter bis in das Bergdörfchen Agogo fuhr. Dabei habe ich in den 10 Tagen (hoffentlich) alles erlebt, was für eine größere Tour nötig ist: Stadt und Land, Autobahnen, Schnellstraßen und Feldwege, Sonne und Regen, Gegenden mit und ohne Läden und elektrischen Strom, Übernachtungen Privat, im Zelt, in Guesthouses und in einfachen Hotels. In Agogo habe ich das Fahrrad wieder zum halben Preis verkauft, allerdings kaputt.
Fahrräder kauft man am besten an einer ganz bestimmten Straße im Westen von Accra, nähe „dem“ Circle. Dort gibt es auch Mopets und Motorräder aller Art zu kaufen.
Nichts hat mehr Spaß gemacht, als im Verkehr der Hauptstadt Rad zu fahren. Ich habe mir sogar extra eine große Klingel gekauft, aber gegen das Gehupe der Autos kommt man nicht an. Es ist schon eine Herausforderung, zwischen Fußgängern, Mopeds, Rikschas (neu im Straßenbild) und Tro-Tro-Bussen voranzukommen. Trotz diesem Chaos tragen die Fußgänger alles auf dem Kopf, können also nicht einfach zur Seite springen, und warten wollen diese natürlich auch nicht.
Die Luft war wegen der Autoabgase extrem schlecht. Bei der Botschaft der Elfenbeinküste habe ich auch ein Visum bekommen, dafür musste ich zweimal quer durch Accras Innenstadt fahren – mit dem neuen Fahrrad natürlich.
Am „Circle Kaprais“ werden Fahrräder verkauft. Seit kurzem soll hier auch wieder ein Zug fahren.Fahrräder aus China, und …… es kommen täglich immer noch mehr hier an.Mit dem neuen Fahrrad zur Independence SquareGanz neu: Radwegbau in Accra entlang der Autobahn. Alle Radwege, die ich gesehen habe, sind völlig unbrauchbar, wegen hoher Bordsteinkanten und im Weg stehender Verkaufsläden. Hier mal etwas, was halbwegs sinnvoll ist: eine Fußgänger-Überführung, an der einigen Jahren gebaut wurde und die 2019 sogar Treppen und Rampen bekommen hat. Die Autos stehen dennoch im Stau und Verkäufer können immer noch ihre Waren gut verkaufen. Auch auf der Autobahn.am Volta-Stausee in Akosombo – dem flächenmäßig größten Stausee der WeltReisegruppe aus BeninNach dem Stress beim Radeln in der Hauptstadt kommt man bereits nach zwei Tagen in landschaftlich schöne Gebiete: Hier die Mampong Scarp Mountains, ein Gebirge zwischen dem Akosombo-Staudamm und Agogo in der Ashanti Region. Das Foto wurde aufgenommen zwischen Akosombo und Koforidua.Und auch hier habe ich einen Feldweg gefunden, zwischen Koforidua und Nkawkaw (gespr. Enkaukau)UnterwegsBananen-oder Plantain-Bäume hinter NkawkawDiese Art der Fortbewegung ist mir 2019 erstmalig aufgefallen. Ich dachte, das gäbe es nur in Indien.Die Hauptkreuzung in Agogo. Ich kam von unten (E = Osten) und fuhr nach rechts (N = Norden)BanannenmarktNochmal im Mampong-GebirgeDie Straße nach Dome ist super gut ausgebaut, aber es gibt kaum Verkehr. Die Straße endet dann auch in einer Sackgasse. Eigentlich wollte ich die zweitgrößte Stadt Ghanas, Kumasi, nördlich umfahren, aber in der Regenzeit war das unmöglich. Reisfelder statt UrwaldEntlang der Straße. Übernachtet habe ich im Zelt bei Bauern oder in einem Guesthouse (für 5 Ghc, umgerechnet 1 EUR) . Dort gibt es noch keinen elektrischen Strom, aber die Masten stehen schon. Dome – hier ging es nicht weiter, ich musste die 75 km wieder nach Agogo zurückfahrenRegenzeit!Nach dem dritten Platten und einem losen Zahnrad beendete ich meine Test-Radfahrt. In diesem Laden habe ich das in Accra wieder verkauft, zum halben Preis des Einkaufswertes. Nur den Sattel habe ich behalten, weil der sehr bequem war.
Nach dieser erste (Test-)Radtour hat ich dann 2020 und 2022 weitere Radtouren gemacht und mit Polarsteps dokumentiert.